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Presse Archiv 2015

Brandenburg

Die Krönung für die Havelstraße

Die Krönung für die Havelstraße Brandenburg (MZV) (tms) Ein 1.000 Kilo schweres, 2,50 Meter großes Schmuckstück ist dieser Tage auf das seit dem Vorjahr verhüllte Eckhaus zwischen Havel- und Grabenstraße gehievt worden. Das silber glänzende Türmchen als Krönung der Havelstraße 1. In der Denkmaltopographie steht zu dem "repräsentativ gestalteten zweigeschossigen Eckhaus": "Die städtebaulich wichtige Situation wird durch die vortretende, abgeschrägte Ecke mit Balkon und turmartigem Aufsatz in barocken Formen zusätzlich betont." Ohnehin war beim Entstehen des Hauses im Jahr 1895 mit Schmuck nicht gespart worden, was sich an der Ziegelstuckfassade, an den verzierten Gauben und Giebeln und am Muster auf dem Dach durch farblich abgesetzte Ziegel zeigt. Da zu all dem ein massiver Schwammbefall der scheinbar guten Substanz arg zugesetzt hatte, dauerte es recht lange, bis sich der passende Liebhaber für die Immobilie fand. Wohl zehn Jahre stand sie leer, bis sie die zur Jahrtausendwende in Brandenburg an der Havel ansässig gewordene Internistin Mariana Stojanova entdeckte. Mit ihrem Mann erwarb die gebürtige Bulgarin 2011 ihre "Liebe auf den ersten Blick", legte sie 2012 trocken und begann 2013 die behutsame Sanierung. Für Denkmalschützerin Katrin Witt ein Segen: die Bauherrin ist enorm detailverliebt. Und da sie ohne Fördermittel baut, muss sie keine Rücksicht auf Ausschreibungen oder Abrechnungszeiträume legen. "Dennoch wollen wir dieses Jahr zu einem guten Schluss kommen. Die Doppelbelastung mit der Praxis und der Baustelle schlaucht ganz schön, Doch lohnt sich der Aufwand", verkündet Stojanova, die täglich ihren Feierabend auf der Baustelle verbringt und jüngst einen weiteren Meilenstein erreicht hat. Die nach Originalvorgaben nachgebaute Kuppel wurde dem Türmchen aufgesetzt - im Beisein der Zimmerei Kreusch aus Marzahne, die die aufwendige Holzkonstruktion vollbracht hatte. Klempnermeister Holm Böhme sorgte für die Titanzink-Verkleidung und die vielen Ornamenten drumherum. "Solche herrlichen Stücke sind bei privaten Häusern sehr selten nachzubauen", berichtet der Fachmann, der u.a. schon an der Gedächtnis- und Frauenkirche, am Dresdner Zwinger und Neuen Palais für Glanzpunkte gesorgt hat.
Im September, so hofft Mariana Stojanova, soll die Hülle fallen und das Erdgeschoss bezogen werden. "Über uns zieht zum Jahresende meine große Tochter mit Familie ein und wird sich mit mir dann auch die Arztpraxis teilen", verrät die Neusiedlerin der Havelstraße.

Quelle: Märkische Oderzeitung Thomas Messerschmidt 22.03.2015 Red. Brandenburg/Havel, Link zum Artikel

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